Angesichts der anhaltenden Spannungen im geopolitischen Konflikt zwischen den USA und dem Iran steht die globale Aluminiumlieferkette vor einem beispiellosen Schock. JPMorgan veröffentlichte einen Forschungsbericht, in dem vor sichtbaren Auswirkungen gewarnt wird.globale AluminiumbeständeDie Aluminiumbestände sind auf nur noch 1,9 Millionen Tonnen eingebrochen, was weniger als neun Tagen des weltweiten Verbrauchs entspricht. Dieser Wert steht in starkem Kontrast zu Anfang 2021, als die Lagerbestände den Bedarf für etwa 20 Tage deckten, und verdeutlicht die extreme Marktknappheit. Derzeit notieren die Aluminiumpreise an der Londoner Metallbörse (LME) bei rund 3.500 US-Dollar pro Tonne. JPMorgan erwartet jedoch, dass die Preise in den kommenden Monaten die Marke von 4.000 US-Dollar pro Tonne überschreiten und im zweiten Quartal 3.800 US-Dollar pro Tonne erreichen werden. Der Durchschnittspreis für das Gesamtjahr soll bei rund 3.500 US-Dollar pro Tonne liegen.
Der Forschungsbericht hebt hervor, dass der Markt einen „unwiderruflichen Wendepunkt“ erreicht hat, ausgelöst durch die Angriffe Ende März auf die Al-Taweelah-Hütte in Abu Dhabi und die Alba-Hütte in Bahrain. Die Al-Taweelah-Hütte, die Emirates Global Aluminium gehört, wurde nachweislich vollständig stillgelegt. Aufgrund schwerer Schäden an wichtigen Anlagen wird die Reparatur voraussichtlich bis zu zwölf Monate dauern. Allein diese Anlage wird die weltweite Aluminiumversorgung im Jahr 2026 um mehr als eine Million Tonnen reduzieren. In der Alba-Hütte in Bahrain ist derzeit nur noch eine der sechs Produktionslinien in Betrieb, die Kapazitätsauslastung liegt bei etwa 30 %. Die Produktionsausfälle im Iran werden derzeit noch ermittelt, dürften die Angebotslücke aber voraussichtlich weiter vergrößern.
Durch die Kombination dieser Einflüsse wird JPMorganPrognosen, dass die AluminiumproduktionDie Aluminiumproduktion im Nahen Osten wird 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 36 % einbrechen, was einem Rückgang von 2,4 Millionen Tonnen entspricht. Selbst 2027 wird die Produktion in der Region voraussichtlich noch 950.000 Tonnen unter dem Niveau vor dem Konflikt liegen. Ein solch massiver Angebotsrückgang vor dem Hintergrund bereits historisch niedriger globaler Lagerbestände könnte eine strukturelle Neubewertung des Aluminiummarktes auslösen. Analysten gehen davon aus, dass sich das Aufwärtspotenzial für Aluminiumpreise weiter erhöht, sollten geopolitische Konflikte andauern oder eskalieren. Nachgelagerte Branchen wie die Luft- und Raumfahrt, die Automobilindustrie und die Verpackungsindustrie werden dann mit erheblichen Kostensteigerungen konfrontiert sein. Investoren beobachten die weiteren Entwicklungen im Konflikt zwischen den USA und dem Iran genau und prüfen, ob es zu einer Verknappung der Aluminiumbestände an der LME kommen könnte.
Veröffentlichungsdatum: 17. April 2026
