Speira beschließt, die Aluminiumproduktion um 50 % zu kürzen

Speira Deutschland gab am 7. September bekannt, dass es aufgrund der hohen Strompreise die Aluminiumproduktion in seinem Rheinwerk ab Oktober um 50 Prozent drosseln werde.

Europäische Hütten haben ihre Aluminiumproduktion seit Beginn der Energiepreise im vergangenen Jahr schätzungsweise um 800.000 bis 900.000 Tonnen pro Jahr reduziert. Im kommenden Winter könnten weitere 750.000 Tonnen weniger produziert werden, was eine größere Lücke in der europäischen Aluminiumversorgung und höhere Preise bedeuten würde.

Die Aluminiumhüttenindustrie ist eine energieintensive Branche. Die Strompreise in Europa sind weiter gestiegen, nachdem Russland die Gaslieferungen nach Europa gekürzt hat. Viele Hütten arbeiten daher zu höheren Kosten als den Marktpreisen.

Speira teilte am Mittwoch mit, dass das Unternehmen seine Produktion von Primäraluminium künftig auf 70.000 Tonnen pro Jahr reduzieren werde, da das Unternehmen aufgrund steigender Energiepreise in Deutschland vor ähnlichen Herausforderungen stehe wie viele andere europäische Aluminiumhütten.

Die Energiepreise haben in den letzten Monaten ein sehr hohes Niveau erreicht und es ist nicht zu erwarten, dass sie in absehbarer Zeit sinken werden.

Die Produktionskürzungen bei Speira beginnen Anfang Oktober und werden voraussichtlich im November abgeschlossen sein.

Das Unternehmen erklärte, es habe keine Pläne, Entlassungen vorzunehmen und werde die gekürzte Produktion durch externe Metalllieferungen ersetzen.

Eurometaux, der europäische Verband der Metallindustrie, schätzt, dass die chinesische Aluminiumproduktion 2,8-mal kohlenstoffintensiver ist als die europäische. Eurometaux schätzt, dass der Ersatz von importiertem Aluminium in Europa in diesem Jahr zu einem Kohlendioxidausstoß von 6 bis 12 Millionen Tonnen geführt hat.


Veröffentlichungszeit: 13.09.2022
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