Am 10. März 2026 wurde bekannt, dass die Aluminiumbestände an der Londoner Metallbörse (LME) weiterhin rapide sinken. Insbesondere seit Januar dieses Jahres werden die Aluminiumbestände im LME-Lager in Port Klang, Malaysia, kontinuierlich um 2.000 Tonnen pro Tag freigegeben. Dies hat sich zu einem wichtigen Indikator für die Veränderungen auf dem globalen Aluminiummarkt entwickelt. Hinter diesen Daten verbirgt sich ein sechsjähriger kontinuierlicher Rückgang der Aluminiumbestände an der LME sowie ein impliziter Mangel an tatsächlich verfügbaren Beständen für westliche Käufer. Verstärkt durch die Auswirkungen geopolitischer Sanktionen und die Umstrukturierung der Lieferketten hat sich das angespannte Gleichgewicht auf dem globalen Aluminiummarkt weiter verschärft.
Die Daten belegen, dass der drastische Rückgang der Aluminiumbestände an der LME unausweichlich ist. Anfang 2020 beliefen sich die LME-Aluminiumbestände noch auf bis zu 3 Millionen Tonnen, doch bis Ende Februar 2026 waren die gesamten registrierten und nicht registrierten Bestände auf nur noch 583.000 Tonnen gesunken – ein historischer Tiefstand seit Beginn der Veröffentlichung von Daten zu nicht registrierten Beständen durch die LME im Jahr 2020. Obwohl die Aussagekraft der LME-Aluminiumbestände als Preissignal im letzten Jahrzehnt durch den Einfluss von Handelsaktivitäten in den Lagern von Händlern und Banken deutlich nachgelassen hat, spiegelt das derzeit historisch niedrige Gesamtbestandsvolumen dennoch die angespannte Angebots- und Nachfragesituation am globalen Aluminium-Spotmarkt wider.
Die jüngsten Lagerbewegungen unterstreichen die besondere Bedeutung des kontinuierlichen Abflusses aus Port Klang. Als zentraler Lagerstandort der LME in Südostasien trägt der tägliche Abfluss von 2.000 Tonnen aus diesem Lager zur Verringerung der globalen Lagerbestände bei. Aktuelle Marktdaten zeigen, dass die registrierten Aluminiumbestände der LME bis zum 9. März auf 454.600 Tonnen gesunken sind, was einem täglichen Rückgang von 2.250 Tonnen entspricht und den seit Jahresbeginn anhaltenden beschleunigten Lagerabbau fortsetzt. Branchenkenner weisen darauf hin, dass der kontinuierliche Abfluss aus Port Klang sowohl die anhaltend hohe Nachfrage aus nachgelagerten Branchen wie der Energiewirtschaft und der Hightech-Fertigung in Asien als auch das Kaufverhalten von Händlern angesichts der niedrigen Lagerbestände widerspiegelt und die Spannungen am Spotmarkt weiter verschärft.
Was besondere Aufmerksamkeit erfordert, ist die Tatsache, dass westliche Käufer hinter dem scheinbar hohen Bestand an Lagerbeständen mit einem gravierenden Mangel an verfügbaren Waren konfrontiert sind. Laut Statistik bestanden Ende Januar 2026 58 % der registrierten Lagerbestände an der LME aus russischen Waren.AluminiumprodukteIm Hinblick auf geopolitische Sanktionen haben die USA und Großbritannien die Einfuhr von russischem Aluminium im Jahr 2024 offiziell verboten. Auch die Europäische Union hat ihren Sanktionsplan präzisiert: Ab dem 26. Februar 2026 gelten Übergangsbeschränkungen für russisches Aluminium, ab dem 31. Dezember 2026 wird die Einfuhr vollständig verboten. Das bedeutet, dass zwar weiterhin große Mengen russischen Aluminiums im LME-Registrierungssystem erfasst sind, diese jedoch nicht mehr für westliche Käufer bestimmt sind. Die tatsächlich verfügbaren nicht-russischen Aluminiumbestände liegen deutlich unter den angegebenen 583.000 Tonnen.
Das derzeitige angespannte Gleichgewicht auf dem globalen Aluminiummarkt ist das Ergebnis des Zusammenwirkens dreier Faktoren: Angebotsengpässe, eine Erholung der Nachfrage und geopolitische Sanktionen. Auf der Angebotsseite war der Nahe Osten, als Kernregion der globalen Aluminiumproduktion (mit einem Anteil von rund 8 % an der Weltproduktion), in jüngster Zeit von geopolitischen Konflikten betroffen. Dies führte dazu, dass wichtige Hüttenwerke wie Qatalum und Bahrain Aluminium höhere Gewalt geltend machten, was das globale Angebot zusätzlich beeinträchtigte. Auf der Nachfrageseite treibt die rasante Entwicklung aufstrebender Branchen wie Elektrofahrzeuge, Photovoltaik-Energiespeicher und humanoide Roboter die Nachfrage nach hochwertigen Aluminiumwerkstoffen weiter an. Zusammen mit der Erholung der traditionellen Fertigungsindustrie unterstützt dies das stetige Wachstum des Aluminiumverbrauchs. Die durch geopolitische Sanktionen bedingte Umstrukturierung der Handelsströme hat die ohnehin schon angespannte Lagersituation weiter verschärft und den Spread der LME-Spot-Aluminiumkontrakte gegenüber den Benchmark-Kontrakten von Backwardation zu Contango getrieben, was die Dringlichkeit der kurzfristigen Nachfrage unterstreicht.
Marktanalysen deuten darauf hin, dass der anhaltende Abfluss aus Port Klang und die Knappheit an verfügbaren Lagerbeständen im Westen kurzfristig weiterhin zu hohen Preisschwankungen bei Aluminium führen werden und sich die Spannungen am Spotmarkt voraussichtlich nicht schnell entspannen werden. Langfristig wird sich der globale Aluminiumhandel mit dem Inkrafttreten des umfassenden EU-Embargos gegen russisches Aluminium grundlegend verändern. Die Freigabe der Produktionskapazitäten nicht-russischer Aluminiumhersteller und das Wachstum der nachgelagerten Nachfrage werden zu den entscheidenden Faktoren für die Preisentwicklung von Aluminium.
Veröffentlichungsdatum: 13. März 2026
